Vespa V50 Special - Motorrevision

2. Akt

Das Zerlegen und Austreiben der Lager ging so weit wunderbar einfach von Statten. Ob ich das Puzzle nun auch wieder ordentlich zusammen bekomme, steht auf einem anderen Stern ...

Vorweg gab es noch schnell einen neuen Stoßdämpfer für vorne.
Den hatte ich eigentlich gar nicht auf meiner Todo-Liste, aber der Klick "auf den Merkzettel" ging wohl leicht daneben und ein paar Tage später wusste ich auch, warum mir die Warenkorbsumme für die Lager und Co. so hoch vorkam. 

Egal. Wenn er schon mal da ist, wird er auch verbaut. Zumindest optisch macht er sich ja auch schon mal ganz hübsch und schlechter als der Originale kann er eigentlich auch gar nicht sein. 


Die ganze Bestellerei hat mich im Übrigen bis hierhin fast mehr Zeit gekostet, als das Schrauben. Es ist unglaublich, manchmal auch etwas überfordernd, wie viele (Tuning-)Teile es für die Vespa gibt. 
Ich ich habe mir alleine gefühlt 30 verschiedene Kurbelwellen angeschaut ...

Ran an den Speck:
Als erstes habe ich die Schaltklaue getauscht. Auf den Bildern kommt nicht wirklich rüber wie Abgenutzt die alte Klaue ist (die ausgebaute, links auf den Bildern) . 

Funfact: Ohne den direkten Vergleich mit einer neuen Klaue hatte ich die Alte eigentlich noch für ausreichend gut befunden und hätte fast gar keine Neue bestellt. Zufällig habe ich gelesen, dass die Schaltklaue ab 10.000 km unbedingt getauscht werden sollte, wenn man den Motor schon mal offen hat. Mein Roller steht bei rund 25.000 km. 

Danach war die Kupplung dran. Mit neuen Belägen und Trennscheiben (diesmal 4 statt der originalen 3) und einer verstärkten Feder. (Keine Fotos)

Ich spare mir hier übrigens detailierte Anleitungen und Arbeitsbeschreibungen, weil es die schon gibt. So gut, dass ich mir die Website für die Werkstatt sogar auf totes Holz gedruckt und zum Handbuch gebunden habe. - Und der Shop ist auch spitze. 

Also guckt (und kauft) bei vespa-50.de!
Super Laden! 

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empfehlung

Die Lager und Simmerringe wieder reinzuklopfen war eine recht einfache Sache. 
Man braucht auch mitnichten, wie so oft behauptet, die Motorhälften in einen Backofen zu legen. Tiefgefrorene Lager (und Kurbelwelle) und mit dem Heißluftfön leicht erwärmte Lagersitze genügen völlig. Da braucht es nur ein paar zarte Hammerschläge mit den alten Lagern als Eintreiber. Das flutscht wie Flutschfinger. 

Ein bisschen Obacht ist bei Eintreiben der Antriebswelle gefragt. Damit das Lager bleibt wo es soll, muss man dafür sorgen, dass es nicht abhaut. 

Die neue (auf dem Bild tiefgefrorerene) Kurbelwelle mit verändertem Steuerwinkel für eine längere Einlasszeit.

Ganz wichtig: trotz Dichtung braucht es Dichtmasse.

Fremdluft ist oft ein Thema, bei alten Vespas. Will man nicht haben. Also "druff mit dem Dichtzeug". 

 

Das Zusammenbringen der Motorhälften kann wird ein bisschen Geduld erfordern. Am besten vorher schon den Kickstarter drauf stecken, damit man die Ritzel beim zusammen stecken bewegen kann.
Und die Kurbelwelle schön einfrieren, wegen dem Lager in der rechten Motorhälfte. 

Der Zylinder ist dann schnell drauf gebaut. Darin bin ich nach meinen zwei Kolbenfressern immernoch in Übung. 

Jetzt habe ich noch ein kleines Intermezzo mit meinen Bowdenzügen, die ich kurzfristig austauschen muss. Das kann durchaus auch mal recht zickig werden und etwas Zeit erfordern. 

Danach steht das Abenteuer "E-Zündung aus der Weltraumforschung" an. 

Es werden bis dahin noch ein paar Wochen ins Land ziehen, aber ich bin schon jetzt derb gepannt was passiert, wenn ich da das erste mal in den Starter trete. 

Vespa V50 Special

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